Bläserklasse für Erwachsene - Rheinpfalz
Geschrieben von Rheinpfalz   
Sonntag, 12. November 2017
„Ich probier’ mal die Tuba aus“

Stadtkapelle plant Bläserklasse für Erwachsene – Vor allem Frauen beim Infotag

Von Konstanze Führlbeck - Rheinpfalz, 06.11.2017   

„Ich hab’ mir das schon immer gewünscht“, sagte Angela Büffel strahlend, eine Trompete in der Hand. „Mein Vater hatte eine Trompete, auch wenn er selbst Geige und Klavier spielte. Ich war schon immer von diesem Instrument begeistert und spiele jetzt seit einem knappen Jahr“, erzählte sie. „Wenn die Stadtkapelle eine Bläsergruppe gründet, würde ich gerne mitmachen.“

Die pensionierte Lehrerin war am Samstagnachmittag in die Hauptschule Nord gekommen, wo die Stadtkapelle unter dem Motto „Enjoy Life“ Interessenten für ihre geplante Bläserklasse für Erwachsene die Gelegenheit zu einer Schnupperstunde gab.

Probe jeden Samstag um 16 Uhr in der Hauptschule Nord.

Auch Sophie Holaus, die bereits in der Stadtkapelle am Flügelhorn mitspielt, versuchte sich hier an mehreren neuen Instrumenten. Die 17-jährige Schülerin des Hofenfels-Gymnasiums legte dabei eine ausgesprochene Experimentierfreude an den Tag. Schließlich hat sie ihr Zweitinstrument gefunden. „Ich dachte, ich probier’ mal die Tuba aus“, meinte sie gut gelaunt. „Es sind dieselben Griffe und dieselbe Spielweise wie beim Flügelhorn, und die Tuba ist hier ein gesuchtes Instrument. Wenn man schon ein Blechblasinstrument spielt, ist das gut machbar.“ Auch Größe und Gewicht des eindrucksvollen Instruments schreckten sie nicht ab. „Das Gewicht ist von Instrument zu Instrument unterschiedlich und hängt vom Material ab. Diese Tuba hier ist eine Messinglegierung und wiegt etwa acht Kilogramm. Dadurch, dass es eine größere Rohrlänge hat, braucht man auch mehr Luft zur Erzeugung der tiefen Töne. Aber das fühlt sich gut an!“, sagte sie strahlend. Unter den Interessenten waren auffallend viele Frauen, berichtete Volker Lehner, der Vorsitzende der Stadtkapelle. „20 Leute waren da, darunter auch vier Männer“, kommentierte er augenzwinkernd.

„Bei den Frauen waren besonders die Holzblasinstrumente wie Flöte, Klarinette und Saxophon gefragt, aber eine freundet sich auch mit der Tuba an. Eine andere hat die Hölzer durchprobiert und dann ins Waldhorn geblasen. Es kamen sofort super Töne – wenn das nicht ein Indiz war, dass sie damit weitermachen sollte?“, zeigte er sich überzeugt.

Er ist mit dem Ergebnis der Infoveranstaltung sehr zufrieden. „Wir machen so etwas ja auch zum ersten Mal und freuen uns, wenn unser Angebot angenommen wird. Wir sind von zehn Leuten ausgegangen, gekommen sind doppelt so viele.“


Proben will die neue Bläserklasse jeden Samstag um 16 Uhr in der Hauptschule Nord, und wer möchte, kann immer noch dazustoßen und sich auch ein Instrument leihen.

Für den Unterricht wird Dirigent Björn Weinmann zuständig sein. Er wurde immer wieder angesprochen und um Rat gebeten. „Ich spiele selbst viele Holzblasinstrumente – Saxophon, Klarinette, Querflöte –, aber auch Blech wie Trompete, Tuba oder das Euphonium. Ich beobachte die Leute und sehe vom Ansatz her, wie das beim Spielen funktioniert, und ich höre den Klang, der dabei herauskommt. Bei einer Frau zum Beispiel hat es mit der Klarinette nicht so richtig geklappt, und ich habe ihr empfohlen, doch mal das Euphonium auszuprobieren. Dort war sie dann ganz glücklich.“ Der Spaß an der Sache ist die Hauptsache, aber auch der Aspekt der Selbsterfahrung ist ganz wichtig. „Jeder soll nach Herzenslust probieren und sein Instrument finden. Und im Unterricht erarbeite ich dann über die Fachliteratur das entsprechende Spielvermögen mit ihnen.“

Die 41-jährige Call Center Agentin Magdalena Wyrwas hat noch nie ein Musikinstrument gespielt. „Ich habe das Plakat in der Musikschule gesehen. Mein Sohn Benjamin hat dort mit Klarinette angefangen. Seine Begeisterung beim Spielen hat mich angesteckt und ich fand immer das Saxophon total toll.“ Ausprobiert hat sie allerdings einige Instrumente – Trompete, Posaune, Klarinette und Querflöte. „Aber am besten war das Saxophon! Das hab’ ich hinbekommen“, freute sie sich.

Ebenfalls für das Saxophon hat sich Bettina Eichmann aus Einöd begeistert. Die 53-jährige technische Zeichnerin wurde ebenfalls durch ihre Kinder angesteckt: „Das Saxophon ist halt meins“, war sie sich sicher. „Ich hab’ auch schon bei meiner Kleinen zu Hause geübt, und wenn sich jetzt hier die Gelegenheit für mich bietet, dann nutz’ ich das schamlos aus!“, sagte sie in bester Stimmung.

Quelle
Ausgabe Die Rheinpfalz Zweibrücker Rundschau - Nr. 256
Datum Montag, den 6. November 2017
Seite 22

Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 12. November 2017 )